NEUE PRESSE 26.3.86

Der Übergang des Malers Bernd Fischer

Transit heißt Übergang. Der Frankfurter Maler Bernd Fischer hat den Begriff als Titel für ein Bild benutzt, in dem eine schemenhafte Gestalt von einer Farbsphäre in eine andere überwechselt; sie erscheint in Bewegung und ist doch eigentlich selber die Grenze. Das Gemälde gewinnt daraus eine starke Spannung.
Es ist zur Zeit in Klaus Lüpkes kleiner Galerie zu sehen, zusammen mit einer Reihe neuester Farbzeichnungen, die in ihrer Sparsamkeit, ja strengen Reduktion von Gestalthaftem noch ein wenig daran erinnern, daß Fischer einmal bei dem Städelschullehrer Michael Croissant gelernt hat: Askese, das Skulpturale in der bezeichneten Fläche.
In krassem Gegensatz dazu stehen die Bilder der in Kalifornien geborenen, in Paris lebenden Paula Gabriel, üppige, impulsive Malerei, die verschiedene Materialien einbezieht, um unterschiedliche Dimensionen auch der 
Vorstellungswelt zu betonen. Die Arbeiten sind ein wenig mit dem behaftet, was man mit dem Ausdruck „typisch weiblich“ zu quittieren pflegt (ornamentale Stoffcollage!). GN